Martin Andersen Nexø’s Haus Museum

 

Martin Andersen Nexø Elternhaus

Der grösste Teil seines schriftstellerischen Werkes basiert auf seine eigenen Erlebnisse. Seine zerrissene Familie, die vom Alkoholismus des Vaters beeinflusst war, erkennt man z.B. in dem Buch „Die Familie Frank“ (1901). Ziemlich viele eigene Erlebnisse sind ebenfalls im „ Pelle der Eroberer “ (1906-1910) benutzt worden.

Sein Bewusstsein als Schriftsteller wurde während einer Erholungsreise nach Spanien erweckt. Im Jahr 1934 beschrieb er im Artikel „ Ja, wie “ das Erlebnis, zum ersten Mal den Privilegierten anzugehören.

Damit bekam er Mitgefühl mit denen, die niemals dasselbe erleben würden. „ ...die Passagiere der leeren Plätze. Die waren es, die mir die Feder in die Hand drückten.“

Andersen Nexø hielt sich selbst  für den Schriftsteller des internationalen Proletariats. Für ihn ist das Proletariat sowohl gut als gesund. Es besitzt die Fähigkeit zu überleben. Dies wird in seinen beiden Hauptwerken, „ Pelle der Eroberer „ und „ Ditte das Menschenkind „ deutlich beschrieben.

Der erste Band von „ Ditte das Menschenkind „ erschien im selben Jahr wie der Ausbruch der russischen Revolution. Andersen Nexø brach mit der Sozialdemokratischen Partei, um sich später der Kommunistischen Partei anzuschließen.

Seit Anfang der zwanziger Jahre widmete er sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Eine Zeit lang lebte er in Deutschland, aber als die Nazis an die Macht kamen, musste er zurück nach Dänemark fliehen.

Während des Finnischen Krieges erlebte er, dass seine Bücher in Sorø (Dänemark) verbrannt wurden, so wie bei den Bücherverbrennungen in Deutschland.

Er wurde im Juni 1941 wie viele andere Kommunisten interniert. Es gelang ihm zu fliehen, zuerst nach Schweden und später in die Sovjetunion. Von hier aus sprach er zu den Dänen durch den Rundfunk.

Er schrieb in diesen Jahren „ Morten der Rote „ – fast eine Fortsetzung von „ Pelle der Eroberer „.

In diesem Buch wird Pelle als Bonze dargestellt, aber Morten geht denselben Weg, wie ihn Andersen Nexø gewählt hätte..

1951 zog Andersen Nexø nach Dresden in der Deutschen Demokratischen Republik. Hier wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

Als Kommunist und Einwohner in der DDR war er in Dänemark nicht wohlgelitten. Aber 30 Jahre nach seinem Tod wurde die Grösse seines Gesamtwerkes den Dänen klar, als Bille August (der dänische Filmregisseur) sowohl „ die Goldenen Palmen „ als ein „Oscar“ für seinen Film „ Pelle der Eroberer“ erhielt.

Martin Andersen Nexø wurde 1869 auf Christianshavn (einem Stadtviertel in Kopenhagen) geboren und starb 1954 in Dresden in der DDR.

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